Sophies Wunder

Dies ist die Geschichte von Kurzhaardackeldame Sophie, erzählt von ihrem Frauli Thekla, einem wunderbaren Menschen.......manchmal voller Zweifel, ob es richtig ist was sie tut und dann wieder voller Glauben, dass Liebe alles besiegen kann.
Ich bin stolz darauf, sie meine Freundin zu nennen.
Das Glück heißt Sophie
erzählt von Thekla Siebold-Bothur
Wir haben Sophie im Sommer 200 auf einem Markt in Ungarn gekauft, damals wussten wir noch nicht, dass man so etwas nicht machen soll, damit man das Tierelend in diesen Ländern nicht noch unterstützt.
Mein Mann hatte Sophie, zusammen mit ihrer Schwester in einem Karton entdeckt und da sie, in unseren Augen, die Hübschere war, haben wir uns für sie entschieden. Ihre Schwester haben Bekannte mitgenommen. Auch haben wir darauf geachtet, dass sie keinen Wurmbauch hatte und auch die Erstimpfung hinter sich hatte. Trotzdem ließen wir sie, noch in unserem Urlaubsort, von einem dort ansässigen Tierarzt untersuchen. Wir blieben 4 Wochen in Ungarn, Sophie wurde dort stubenrein und wir ließen sie dort auch ein zweites Mal impfen.
In den folgenden Jahren hat uns Sophie überall hin begleitet, sie war immer dabei, egal in welchem Land wir unseren Urlaub verbrachten.
Wir konnten sie stets frei laufen lassen, sie hat nie Jagdtrieb gezeigt, schloss Freundschaften mit all unseren Haustieren.
Für Sophie gab es kein Hindernis das ihr
zu hoch oder schwierig war, sie war stets ein Hans Dampf in allen Gassen.
Dann kam der Tag, wo sie sich schlagartig verändert hatte, sie wollte nicht mehr
rennen, keinen Ball spielen ( ihre größte
Leidenschaft ) keine Treppen runter gehen nur rauf und einen Morgen wollte sie
auch aus ihrem Körbchen nicht aufstehen.
Das ging so ca. 2 Tage und ich wusste, sie hat Schmerzen, also schnell zum
Tierarzt.
Das war im März 2007, sie wurde geröntgt, da konnte man aber nur allgemeinen
Verschleiß sehen, sie bekam ein Schmerzmittel
und am nächsten Tag fuhren wir nach Gießen zum CT.
Diagnose : Über die gesamte Wirbelsäule
zeigten sich altersbedingte Degenerationen.
Auf de Höhe Th13 zeigten sich in den sagittalen Ebenen eine Vorwölbung im
Bereich des kausalen Wirbelkörpers Th 13 in den
Spinalkanal hinein, mit Verlust an Liquorsignal in diesem Bereich.
Also Bandscheibenvorfall Th 13-L1 von rechts.
Therapievorschlag :
Aufgrund des MRT Befundes raten wir zur chirurgischen Versorgung.
Zurück zu unserer Kleintierklinik, die Ärztin meinte wir sollten nicht gleich
operieren lassen sondern es erst einmal mit Cortison
Infusionen versuchen, gesagt getan, die nächsten 3 Tage habe ich mich mit ihr
ca. 3-4 Stunden in einen Behandlungsraum gesetzt
und die Infusionen durchlaufen lassen.
Schon nach der ersten Behandlung konnte sie am nächsten Tag wieder ganz normal
und auch schnell laufen.
Wir waren alle sehr froh, das sie doch nicht operiert werden musste.
Zusätzlich bekam sie auch oral Medikamente, Grünlipp Muschelkonzentrat Kapseln
von Allpharm, Gelenk Kapseln von Luis Trenker,
Phlogenzym, Vitamin B Komplex, Teufelskralle und normale Vitamine ( Carfortan ).
Ein ganzes Jahr war sie nun schmerzfrei, tobte wieder durch den Wald, spiele
Fußball, wo sich so mancher Fußballer eine große
Scheibe von abschneiden lassen sollte.
Fast auf den Tag genau am 16 März fingen die Anzeichen von Schmerzen, langsames
gehen, keine Treppen runter wieder an.
Wir sind sofort zu unserer Tierärztin gefahren, Sophie bekam ein Schmerzmittel
und am darauf folgenden Tag sind wir mit ihr
nach Hofheim in eine Klinik wo Wirbelsäulen OP,s durchgeführt werden gefahren.
17.März, Sophie kommt nach einer
gründlichen Untersuchung ins CT, zuvor einen Venenzugang gelegt, damit sie
schläft und die Bilder gemacht werden können, wir werden ins Behandlungszimmer
gebeten, Sophie liegt noch in
Narkose damit sie falls ein Eingriff erforderlich ist, kein neuer Zugang gelegt
werden muss.
Natürlich bin ich die ganze Zeit, bis sie eingeschlafen war bei ihr gewesen.
Eigentlich müsste sie nackt sein denn sie hat unendlich viele Haare gelassen und
vor Angst auf den Behandlungstisch
gemacht, beides.
Nun sitzen wir hier, ich zittere und bin den Tränen nahe, habe Angst vor dem
Ergebnis.
Der Arzt kommt rein und zeigt uns im Computer die Bilder und die Diagnose.
Hemilaminektomie Th 12/13 und 13/L1, bes Tel pop, schönes Fachlatein, oder?
Bandscheibenvorfall über zwei Wirbel.
Sie muss sofort operiert werden sonst ist sie gelähmt, wir stimmen natürlich
sofort zu, doch der Arzt musste sich erst versichern ob wir die OP
durchführen lassen wollten, da das ja unter anderem eine sehr kostspielige
Angelegenheit ist.
So wurde Sophie noch in der gleichen Stunde operiert, aber das schlimmste für
mich war, das ich nicht bei bleiben durfte und nicht bei
ihr sein würde, wenn sie wieder aufwacht.
Wir sollten auch mind.1 Woche sie nicht
besuchen da sie viel Ruhe bräuchte und sich nicht aufregen sollte.
Das war ein Schock für mich, sie einfach da lassen zu müssen und ich konnte mir
nicht vorstellen das sie sich behandeln oder überhaupt
anfassen lassen würde und ich sollte Recht behalten.
Am nächsten Tag hatte ich gleich morgens in der Klinik angerufen, aber man
konnte mir noch keine Auskunft geben wie es bei der
Nachtschicht gelaufen war.
Am Mittag kam dann ein Anruf wo man mir mitteilte, das ich Sophie abholen
könnte.
So schnell war ich noch nie im Auto, endlich konnte ich zu ihr.
Als ich dann endlich aufgerufen wurde, kam ich in ein Behandlungszimmer, wo
meine Kleine mit Maulkorb und einem Arzt zur Seite
auf dem Tisch saß.
Sie freute sich uns wieder zu sehen und wir erst, das kann man gar nicht
beschreiben.
Der Arzt sagte uns, das sie seit die Narkose nachgelassen hatte zu wirken, sie
sich von dem Klinikpersonal nicht hatte versorgen lassen,
sie hätte sich auch noch nicht gelöst und uns wurde gezeigt wie wir die Blase
ausdrücken könnten, ich habe es bis heute noch nicht
gelernt das hin zu bekommen.
Erleichtert nahmen wir unsere Sophie endlich mit nach hause, haben sie im Garten
auf die Wiese gesetzt, zur Unterstützung eine
elastische Binde als Hilfe womit ich sie hinten gehalten habe, damit sie stehen
konnte und nicht einknickte.
Dann hieß es, Sophie mach Pipi und sie machte ihr Geschäft.
Was waren wir erleichtert, denn wie schon erwähnt, ich habe es bis zum heutigen
Tag nicht geschafft die richtigen Griffe dazu
anzuwenden und an sonsten kann ich eigentlich all die Dinge, wie auch zum
Beispiel die Analdrüse leeren.
Für die nächsten Wochen haben wir dann, weil es ja draußen auch noch kalt war
eine Sandkastenmuschel mit Katzenstreu
gefüllt und ins Carport gestellt, damit sie nicht in den Regen musste.
In der Klinik hatte man uns für die erste
Woche absolute Ruhigstellung verordnet was wir auch versucht haben einzuhalten,
das war aber gar nicht so einfach, denn sie wollte sich bewegen und laufen, also
musste ich sie mit fixieren, nach dieser
Woche sollte sie dann langsam wieder laufen, jeden Tag ein Stückchen mehr, aber
nur an der Leine.
Man hatte uns Schmerztabletten und welche zum lockern für die Blase mitgegeben,
die für die Blase haben wir nicht gebraucht.
Die Ärzte hatten uns auch gesagt das sie nach der Schonungszeit wieder alles
machen dürfte was sie wolle, laufen, rennen Ball spielen.
Als Sophie wieder bei uns zu Hause war, haben wir mit kleineren Spaziergängen angefangen, bei längeren Wegen und wenn wir alle drei Hunde dabei hatten benutzten wir einen Hundewagen.
Sie erholte sich wieder recht schnell,
bekam die Medikamente, die ich ihr auch schon vor der OP
verabreicht hatte und in null komma nichts war sie wieder die Alte, rannte im
Wald über stock und Stein,
konnte es kaum erwarten in Burg Joss ins Wasser zu kommen und auch im Teckel
Club lief und tobte sie
wie eh und je.
Als es dem Herbst zu ging, merkte ich das sie manchmal nicht ganz so gut drauf
war, ich hielt sie nun
wieder warm, also was über den Rücken ziehen ( Oma hatte extra für sie Anzüge
gestrickt ) was, wenn
wir im Teckel Club waren natürlich belächelt wurde, da war ehr die Einstellung ,
das ist ein Hund und ihn
zu verweichlichen ist Quatsch.
Dann wurde es Dezember, erster Weihnachtstag, schönes Wetter und wir sind mit
den Hunden auf den Sportplatz
Ball spielen, Sophies größte Leidenschaft.
Als wir Heim gingen merkte ich schon, das da irgendwas nicht stimmt, da aber
etwas Schnee lag und die Straßen
gestreut waren glaubte ich noch, das sie nicht über das Salz laufen wollte, also
habe ich sie nach Hause getragen.
Die nächsten Tage ließ ich sie nicht mehr so rennen, nur noch normal Gassi
machen, wir hatten uns zwischenzeitlich
auch schon einen eigenen Hundewagen zugelegt, gut gefedert und um einiges
größer.
Wenn es jetzt raus ging kam sie in den Wagen, es wurde auch wieder besser und
eigentlich wollte sie lieber rennen.
Trotzdem traute ich dem Braten nicht, wir sind zum Tierarzt, er meinte, das sie
schon Schmerzen hätte, aber mit
viel Wärme und Cortisonspritzen bekämen wir das wohl wieder hin.
Das ging dann eine ganze Weile so, sie zeigte auch keinerlei
Lähmungserscheinungen und ihre Reflexe waren auch
noch in Ordnung.
Das ging so bis in den Mai, nun wollte sie auch von den andere Zweien in Ruhe
gelassen werden, wir hatten
von unserem Teckelclub die Jährliche Ausstellung und ich hatte mich bereit
erklärt in der Küche und beim Kuchen-
buffet mitzuhelfen.
Natürlich alle drei Hunde mit, Sophie in ihrem Wagen, hatte später sogar ein
Schild, obwohl ich sie damit sie mehr Ruhe
in die Küche gestellt hatte, an den Wagen gehängt, das sie Rückenschmerzen habe
und bitte deshalb nicht anfassen.
Man kann Dir ja sicher vorstellen wie die Mitglieder ( fast alle Jäger )
getuschelt haben, nach vorn hin, ach was
für eine gute Idee so einen Wagen, und hinten herum, die ist doch wohl nicht
ganz knusper ihren Köter hier so her zu
schleppen, an dem Tag habe ich, weil ich natürlich auch von anderen auf Sophie
angesprochen wurde, nicht nur ein
mal hören dürfen, also das beste was Sie machen können, lassen sie den Hund
einschläfern, das bringt eh nichts mehr,
wenn das erst mal da ist und dann auch schon operiert, das ist nur
rausgeschmissenes Geld.
An diesem Nachmittag, ich wollte mit ihr Pipi machen gehen und habe sie auf eine
Wiese getragen, zeigte sie zum
ersten mal Lähmungserscheinungen.
Nach Hause gekommen bin ich mit ihr sofort zum Arzt, der gab ihr eine
schmerzstillende Spritze und die Empfehlung
am nächsten Tag in die Klinik zu fahren.
Auf der Ausstellung hatte ich auch den Züchter von dem wir Zita haben getroffen,
und der hatte mir die Klinik in
Obertshausen empfohlen.
Ich habe dann dort angerufen und einen Termin gemacht.
Dort wurde dann ein CT. gemacht, Sophie natürlich vorher in Narkose gelegt und
dann kam das Ergebnis :
Bandscheibenprolaps LW4-5 und LW1-2, Discusverkalkung LW2-L2.
Wir wurden aufgerufen, kamen ins Sprechzimmer, Sophie lag schlafend, den Mund
offen, die Zunge raushängend
auf einem Tisch.
Wunderbar, der Anblick hat mich schon bevor ich erfuhr wie die Diagnose war,
losheulen lassen.
Der Arzt erklärte uns nun an Hand der Bilder wie schwer bzw. wie schlimm das
Ergebnis des Ct,s
war, er sagte man könnte operieren, aber da so viele Wirbel betroffen seien und
das ja auch nicht die erste
OP sei, wäre es sehr fraglich, ob das dann hinterher wieder was würde, denn die
Wirbelsäule würde
sehr instabil nach der OP sein.
Er sagte eigentlich, es gibt nicht allzu viel Hoffnung und da der Hund gerade
schläft, würde er es ja nicht mehr
mitbekommen, wenn wir ihn nun ganz einschlafen ließen.
Selbst jetzt, wo ich das nur aufschreibe laufen mir die Tränen und das Herz
schlägt mir bis zum Hals.
Geantwortet habe ich dann , so lange es auch nur einen Funken Hoffnung gäbe, das
sie wieder gesund werden
würde, möchte ich das die OP gemacht wird.
An diesem Abend konnten sie nicht mehr operieren, es war kein Team mehr da, aber
für den nächsten Tag
ein Samstag wurde ein Team zusammengestellt, wir sollten also um 11Uhr mit ihr
da sein.
Ich habe dann gleich gesagt, das ich Sophie direkt nach der OP wieder mit Heim
nehmen würde, habe von
der ersten OP erzählt.
Das wurde auch gleich akzeptiert.
Den Venenzugang haben wir dann auch schon drin gelassen der wurde ja am nächsten
Morgen gebraucht.
Natürlich bin ich bis die Narkose gewirkt hat bei ihr geblieben.
Es waren ca. 1.1/2 Std. OP zeit eingeplant, aber es dauerte einiges länger.
Endlich kam eine Schwester uns sagte uns die OP sei gut verlaufen, sie würde
jetzt noch sauber gemacht,
der Tubus käme raus und dann könnte ich sie sehen, meine Frage ob ich nicht
gleich zu ihr könnte, wurde
dann vom Arzt erlaubt und ich bin hoch in den OP, wo meine Kleine noch auf dem
OP Tisch mit Tubus lag.

Ich hatte auch schon gleich das Körbchen, wo sie dann zum Transport rein sollte
mit hoch genommen.
Dort lag sie dann drin, noch am Tropf, bis sie wieder einigermaßen wach war,
beim Aufwachen hat sie immer wieder
laut aufgeschrieen, nun wenn ich sie laut und deutlich angesprochen habe, hat
sie sich wieder beruhigt, das ging
eine Weile so bis sie so weit wach war, das der Tropf abgenommen werden konnte
und dann ging es heim.
Zuvor noch Anweisungen vom Arzt absolute Ruhe, außer wenn sie muss darf sie
rausgetragen werden.
Schmerzmittel bekamen wir natürlich auch mit, Metacam und wenn das nicht reichen
sollte durfte ich ihr
auch noch Novalgin geben.
Sophie hatte diesmal sehr starke Schmerzen, das Metacam sollte ja nur ein mal am
Tag am besten
morgens nach dem Frühstück gegeben werden.
Zu Anfang habe ich ihr noch oft zwischendurch Novalgin geben müssen, denn nur
mit der einmaligen Dosis von
Metacam reichte es nicht sie den ganzen Tag und auch noch in der Nacht
schmerzfrei zu halten.
Diesmal konnte Sophie ihr Geschäft auch nicht richtig unter Kontrolle halten,
ich hatte sie auf Inkontinent-
einlagen liegend, trotzdem bin ich mehrmals am Tag mit ihr raus um sie
Pipi machen zu lassen, dabei
habe ich sie natürlich getragen, was auch nicht so einfach war, denn ich wollte
ihr ja nicht weh tun und
deshalb vermeiden, das sie mit ihrem Rücken an mich gelehnt war, andererseits
konnte ich sie ja auch nicht wie
ein Stück Holz tragen und verbiegen sollte sie sich auch nicht, als sie
irgendwann dann nicht mehr aufgestöhnt
hat, wenn ich sie hochnahm war ich schon sehr glücklich.
Immer wenn ich mit ihr draußen gewesen war, sollte ich sie aufstellen und ihre
Hinterbeine etwas nach hinten anheben und
dann wieder auf die Füße stellen, sie hatte ja noch kein Gefühl in den Füßen, so
stellten die sich dann verkehrt auf,
also die Fußballen nach oben, dabei musste ich sie aber mit einem Arm unter
ihrem Bauch halten, so habe ich übrigens
auch Pipi mit ihr machen müssen, meinen Kopf fast an der Grasnarbe, damit ich
sehen konnte ob sie was machte.
Sie war hinten vollkommen gelähmt, wenn ich sie aufstellte viel sie in sich
zusammen.
Also immer wieder so oft wie möglich die Übungen machen, dazu massierte ich ihr
noch vorsichtig die Hinterbeine
und versuchte durch drücken und leichtes kneifen in ihre Füße ihre Reflexe
wieder zu stimulieren.
Da sie sich ja auch nicht selbst kratzen konnte, am Hals, an den Ohren am Kopf,
habe ich das für sie übernommen
und dann irgendwann ich hatte es schon ganz vergessen, löste ich durch das
Jucken ihren Kratzreflex aus,
das war bei ihr schon immer so gewesen, wenn man an einer bestimmten Stelle sie
gekrault, Bzw. gekratzt
hatte, das dann ihre Hinterbeine das in der Luft mitmachten, so als würde sie
sich selber Jucken.
Das habe ich nun ausgenutzt und so oft wie möglich diesen Reflex stimuliert.
Zu Anfang war es nur ein ganz leichtes Zucken, dann wurde es immer mehr, bis sie
ihre Hinterbeine wieder selber dazu
benutzen konnte sich hinter den Ohren zu kratzen.
Nun klappte das Stehen auch schon etwas besser, sie konnte schon für einige
Sekunden ohne halten stehen bleiben,
meinen Unterarm aber immer noch unter ihrem Bauch, falls sie zusammensacken
sollte.
Nun machten wir auf dem Tisch Trockenlaufübungen, dazu brauchten wir aber dann
zwei Personen, einer der sie
hielt und ich bin in der Luft mit ihr gegangen und immer wieder die Füße richtig
aufsetzen.
Jetzt konnten wir auch schon mit der elastischen Binde sie hinten hoch halten
und sie versuchte ihre eigenen
Schritte.
Bis dahin waren wenn ich mich recht erinnere gute drei Wochen vergangen, sie
lief jetzt mit Hilfe der Binde
und war auch schon der Meinung rennen zu müssen und es wurde immer schwieriger
sie davon abzuhalten,
denn das ging nun wirklich nicht.
Vor allem zog es sie in den Wald, also bin ich mit ihr und der Binde auf dem
weichen Waldboden gelaufen,
da schonte sie auch ihre Zehen, denn dadurch das sie die Beine nicht richtig
anhob sondern oft schleifen ließ
scheuerte sie sich die Zehen blutig.
Wir sind dann oft in Burg Joss gewesen, da ist sie vom Fußballplatz abgesehen am
liebsten, da kann sie in der
Jossa im Wasser laufen, ich hatte nur bedenken, das das Wasser zu kalt für sie
sei.
Wir haben ihr dann auch Hundeschuhe gekauft, aber mit denen weigerte sie
sich
zu laufen, da ließ sie ihre Beine ganz schleifen.
Alles sah danach aus als wenn es nur noch besser werden könnte, sie versuchte zu
rennen, was sie nicht sollte,
aber es ging ihr alles nicht schnell genug und man musste sie immer versuchen zu
zwingen langsam zu gehen.
Ihr Rücken war nach der letzten OP ziemlich hoch gewölbt und das sollte wohl
auch nicht mehr sehr viel anders
werden. Wenn sie allein lief ohne Haltegurt, dann sah es so aus als wenn sie
vorn nüchtern und hinten volltrunken
wäre, aber sie einigermaßen das Gleichgewicht, das wegknicken störte mich sehr,
denn das konnte doch nicht
gut für die Wirbel sein.
Wenn es richtig warm war, habe ich ihr die Sandmuschel voll mit Wasser gemacht,
denn spielen im Wasser ist
auch eine ihrer Leidenschaften und damit das wegknicken aufgefangen werden
konnte habe ich so viel Wasser
wie möglich ins Becken laufen lassen.
Ach ja Wasser, ich habe auch in die Badewanne Wasser laufen lassen, nur
Schwimmübungen wollte sie darin
nicht machen, aber die Kratztechnik hat da bestens funktioniert.
Medikamentös bekam sie vom Tierarzt Medivitan gespritzt und ich habe gleich nach
der OP subkutan Diskus
intervertebralis suis Injeel forte und Zeel gespritzt.
Dann kam der Rückschlag, sie konnte sich fast von heute auf morgen nur wenig,
dann gar nicht mehr bewegen.
Auch merkte ich obwohl sie viel trank, das sie nur sehr wenig Pipi machen
konnte, wir sind zu unserem Arzt
Der uns sagte wir sollten das schnell in der Klinik abschrecken lassen, also
fuhren wir in die Klinik.
Das Ergebnis : Vollständig gelähmt die Blase mit eingeschlossen.
Die Ärztin drückte ihr die Blase aus, das sollte jetzt wenigstens zwei mal am
Tag gemacht werden, sie zeigte
uns die Griffe und mit etwas Übung würden wir das auch bald allein schaffen, bis
dahin mussten wir halt täglich
zu unserem Arzt, denn das war etwas, was ich einfach nicht hin bekam.
Man legte uns nahe, uns mit dem Gedanken des Einschläferns zu befassen.
Wir fuhren nach Hause, keine Ahnung wie es jetzt weitergehen sollte, die Ärztin
hatte uns gesagt das es keine OP mehr gäbe.
Keiner von uns wollte sie sterben lassen, außer das sie sich nicht bewegen und
Pipi machen konnte war sie top drauf.
Ihre Augen leuchteten, sie hatte guten Appetit, war trotzdem immer noch der Chef
im Rudel und verstand die Welt
nicht mehr, weil wir so traurig waren. Sie hatte nun ja auch keine Schmerzen
mehr, ihr schien es egal zu sein, das
sie ihr Hinterteil hinter sich her zog.
Viele Meinungen, viele die sagten erlöst sie, das ist kein Leben mehr für den
Hund.
Zum Glück gab es auch ein paar die uns Mut zusprachen, denn ich war auch schon
dabei zu verzweifeln.
NEIN ich wollte nicht aufgeben, und wir haben bei ebay einen Rolli ersteigert,
wenn sie halt nicht mehr laufen können wird, dann würde
sie sich halt damit fortbewegen können und das mir der Blase, irgendwann würde
ich ja wohl auch die richtigen
Griffe lernen um sie zu leeren, bis dahin hatten wir ja unseren Arzt.
Wir kauften für Sophie Windeln, denn das große Geschäft musste ja auch irgendwo
hin.
Dann habe ich angefangen sie fast jede Stunde nach draußen zu tragen, habe ihr
gesagt mach Pipi, Den Arm
unter ihrem Bauch und gewartet, ihre Muskeln zuckten und ich wusste das sie sich
anstrengt, dann ein paar
ganz wenige Tropfen, riesen großes Lob, aus den wenigen Tropfen wurden einige,
dann ein kleiner Strahl.
Immer und immer wieder, bis sie Mengen machte, die es überflüssig machten die
Blase ausdrücken zu lassen.
Wieder kniff ich ihr in , unter die Füße um ihre Reflexe anzuregen, ich kratzte
am Kopf, am Hals an den Ohren,
irgendwann ein leichtes zucken, dann mehr und das Schwänzchen, das ja auch
bewegungslos gewesen war
fing an sich wieder ganz ein klein wenig zu freuen.
Unser Tierarzt, wo sie ja immer noch regelmäßig ihre Spritzen bekam glaubte es
selbst nicht was er da sah.
Es wurde wieder langsam so wie vorher, sie kann jetzt wieder langsam auch ohne
Haltegurt, ziemlich steif
aber dennoch laufen und wenn sie rennen will dann steigt sie mit Begeisterung in
ihren Rolli, denn dann geht
es auf den Sportplatz Ball spielen, jetzt kann sie sogar schon auf dem weichen
Waldboden, dann stelle ich die
Hinterbeine die mit dem Gurt hoch gehalten werden ziemlich runter so das sie mit
den Hinterbeinen mitlaufen kann
denn auf dem weichen Waldboden kann sie sich die Zehen nicht blutig scheuern.
Sie kann wieder ganz normal Pipi machen mit dem Rolli übrigens auch, da spreizt
sie einfach ihre Beinchen
und macht, sie markiert sogar schon wieder, denn immerhin ist sie der Chef.
Das einzige was sie nicht mehr halten kann ist der Stuhl, den verliert sie
einfach, wir versuchen das einigermaßen
unter Kontrolle zu halten, aber das klappt oft nicht und darum hat sie auch
nachts eine Windel um, aber wenn
es weiter nichts ist, damit kann man leben, vor allem...................
....................DAMIT KANN SIE LEBEN.
Theklas Erzählung ist hier zu Ende, aber Sophies Geschichte noch nicht und darum werde ich weiter machen.......................
Sophie geht es heute sehr gut, mit kleinen Einschränkungen zwar, aber sie WILL leben, sie hat es Thekla "gesagt"und Thekla hat sie verstanden, hat allen gut- und auch sicher liebgemeinten Ratschlägen zum Trotz sich FÜR Sophies Leben entschieden.
Sophie läuft heute wieder kleine Strecken ohne Rolli, sie spielt im Schnee und ist ein glücklicher Hund.

Sollte sie eines Tages nicht mehr leben wollen wird sie es Thekla zu verstehen geben und Thekla wird sie gehen lassen.
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